Viñales und die Kuh am Morgen

Wir packen unsere Rucksäcke, verabschieden uns von Terry & Carol und stapfen los Richtung Viñales. Wir wollen mehr von Kuba sehen als bloß Marina Hemingway. Ein “Taxi Collectivo” bringt uns direkt dorthin und wir finden schnell ein kleines Wäldchen um unser Hängemattenlager aufzuschlagen.

Am nächsten Morgen finden wir eine “Casa particular”, ein Zimmer im Haus einer kubanischen Familie und ziehen los um die Gegend zu erkunden. Wunderschöne Natur erstreckt sich durch das weite Tal. In der Mitte, auf einem Hügel steht eine Kirche und drumherum das kleine Dorf Viñales.

Zusammen mit Angel, ein Guide aus Viñales, besichtigen wir die Taback- und Kaffee- plantagen. Wir löchern ihn mit Fragen, er bringt uns ein paar Worte auf “Cubañol” bei und wir helfen ihm mit seinem Deutsch. Er studiert Tourismus und lernt 4 verschiedene Sprachen von den Reisenden, die er durchs Tal führt.

Das spezielle Bergklima (Nachts wird es sehr kalt) und die Böden sind ideal für den Tabackanbau. Hier wird ein Teil des Tabacks für Kubas exquisite “Cohiba” Zigarren angebaut.

Die gesamte Region mit ihren Kalkfelsen gehört seit 1999 zum UNESCO Welterbe. Im Tal dürfen keine chemischen Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Somit ist das Gemüse hier komplett bio aber auch etwas teurer als z.B. in Habana.

Genug gesehen – wir machen uns wieder auf den Weg nach Habana. In einem alten amerikanischen Auto fahren wir mit bis zur Busstation von Piñar del Rio. Wir hatten bisher viel von den Transportmitteln der Locals gehört und nun ist es endlich so weit – wir fahren mit dem ersten “Camion”. Sowohl für uns als auch für die Locals kostet die Fahrt bloß 2$, eineinhalb Stunden bis in die Hauptstadt. Die ungepolsterten Metallbänke holpern über die löchrigen Straßen und wir reisen direkt mit Kubanern zusammen. Was gibt es besseres?

Der Camion fährt durchs Land, Leute steigen ein und aus. Straßenüberführungsbrücken sind die Haltestellen. Hier wartet man im Schatten und manchmal streckt ein Händler selbstgemachte Schokoriegel, Chips oder Erdnüsse durch die offenen Fenster.

Ein gutes Stück vor Habana steigen wir aus. Wir wollen uns einen abgelegenen Schlafplatz suchen, wo wir uns was zu essen kochen können.

Doch was das ganze jetzt mit der Kuh zu tun hat will ich jetzt mal sagen.. Das ist nämlich so :D..

Wir schlafen seelenruhig in unseren Hängematten. Ein lautes Knacken aus dem Unterholz weckt uns auf. Es kommt immer näher und plötzlich steht eine Kuh vor uns. Sie guckt uns an uns sieht mindestens genauso verdutzt aus wie wir!

Ich springe auf und hänge die Matten aus dem weg. Wir haben uns genau über ihren Trampelpfad gehängt. Sie wirft uns einen letzten Blick zu, dreht sich um und bahnt sich einen neuen Weg direkt durchs Dickicht.

“Puh, jetzt sind wir aber auch wach!” Ein kleines Frühstück aus Haferflocken, getrockneten Feigen und Wasser ist schnell gemacht. Nun geht es wieder auf die Hauptstraße und ab in die City. Wir wandern los und strecken unsere Daumen aus. Mal sehen, wer anhält und uns ein Stückchen mitnehmen will..

Mit diesem freundlichen Mann fahren wir bis zur nächsten Kreuzung. Er drückt uns die Zügel in die Hand und lässt uns seine Kutsche lenken. Geld fordert er nicht und freut sich, dass er uns weiterhelfen konnte.

An der Kreuzung dauert es nicht lange und wir hitchhiken in einem Trucker bis in einen Vorort von Habana. Hier steigen wir in einen “Gua Gua”. Dieser Stadtbus bringt uns für 4cent direkt ins Zentrum. Es ist unglaublich wie günstig die öffentlichen Verkehrsmittel in Kuba sind. 

Wir verbringen noch ein paar schöne Tage in Habana zusammen, bevor wir getrennte Wege gehen. Merle fliegt nach Panama um von dort mit ihrer  besten Freundin Feli weiterzureisen. Ich werd mich jetzt alleine durchschlagen.

Wir hatten eine wunderbare Zeit zusammen, konnten viel voneinander lernen und ich bin sehr froh darüber dass wir uns so gut verstehen!

Vielen Dank Merli 🙂

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Wir sind in Norddeutschland losgetrampt –  einfach los, Richtung: Süd/West – bis nach Kuba

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