Tuna Tales – RespekTiere

Die Angel wurde gleich zu Anfang ausgeworfen, die Männer wollten unbedingt einen Fisch fangen! Tagelang hat Joh sich darauf vorbereitet und professionelle japanische Tunfischfiletierer bei deren Arbeit zugeguckt. Nein, nach Japan ist er nicht mal eben gesegelt, die Videos hat er sich vorher aus dem Internet heruntergeladen 🙂
Es hat sehr lange gedauert, bis etwas an der Angel war. Irgendwie habe ich immer darüber nachgedacht, wie es wohl werden wird. Ich hatte mich darauf eingestellt, ihn auf jeden Fall auch zu essen. Schließlich wollte ich mich ja wieder herantasten, da ich glaube, meinem Körper damit etwas Gutes zu tun. Es dämmerte bereits und plötzlich war es so weit. Die Angel hat sich gemeldet.. Terry ist sofort hin und meinte, dass was großes dran wäre. Ich wurde skeptisch.. Ich hatte zwischenzeitlich die Hoffnung, dass es ein Hai sein würde, sodass wir ihn wieder frei lassen würden. Es dauerte eine Ewigkeit, bis das Tier nah genug am Boot war, sodass Joh es mit einem Haken herausziehen konnte. Ich war so dermaßen aufgeregt, was uns da gleich auf dem Boot Gesellschaft leisten würde… Und dann habe ich es im Wasser entdeckt: es war riesig!!! Joh zog den Fisch heraus und siehe da: es war ein Bluefintuna, geau wie in den Videos! Ein sehr seltener Tunfisch und bei der Größe aufm Sushimarkt wohl locker 1000 Euro wert. Das Tier war unfassbar schön. Ich konnte nicht anders, mir kamen die Tränen und ich musste runter gehen..Ich habe ein paar Minuten richtig geweint, bis ich mich wieder fangen konnte und wieder nach oben ging. Das Hauen vom Hammer habe ich unten gehört, nun ging es darum, das Gehirn mit einem Metallstab zu durchdringen, damit das Tier auch wirklich tot ist.

Nun lag es da… Es war leider schon dunkel geworden, deshalb beleuchteten wir den Tunfisch mit Taschenlampen. Sein Schuppenkleid war wirklich sehr schön und ich war sowas von fasziniert von den Finnen und den riesigen Augen!!! Joh schnappte sich Handschuhe und ein Messer und dann fing er an das riesige Tier respektvoll auseinander zu nehmen. Ich saß die ganze Zeit über brav daneben und habe die Taschenlampe gehalten. Das Tier war tot, konnte also auch keine Schmerzen mehr spüren. Jetzt fand ich es super interessant, wie so ein Fisch aufgebaut ist! Gut, als er den Magen herausnahm war ich mehr angeekelt als fasziniert, aber der Rest war echt spannend! Es dauerte sehr sehr lange, bis das ganze Fleisch ab war und alles Nichtessbare wieder im Wasser landete, um weiteren Lebewesen ein Dinner zu bescheren 😉

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Kiloweise Filet – Genug zu essen für die nächsten Wochen auf See

Ich glaub alles in allem hat es zwei Stunden oder so gedauert. Die Jungs wollten den Fisch gleich in die Pfanne hauen und probieren. Ich war weiterhin skeptisch..
Musste das gerade Erlebte erst einmal verdauen. Dann war der Fisch fertig – sah auf einmal ganz anders aus. Ich hatte das Gefühl, ich sei es dem Tier schuldig, es wenigstens zu probieren, wenn es schon für uns gestorben ist. Das habe ich dann auch ganz bewusst gemacht. Es hat ein paar Anläufe gebraucht und das Stück war ca. 0,5 x 0,5 cm groß aber ich habe es probiert!

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Von nun an gab es Tunasteaks von morgens bis abends – zu jeder Mahlzeit

 

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